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Bericht zum Seminar mit Exkursion: "Auf den Spuren Karls des Großen"
Studierende und Lehrende auf Exkursion in Aachen, Mainz und Frankfurt am Main
26. Januar 2025 | von Martin Belz
Exkursionsgruppe vor dem Aachener Dom (c) Universität Osnabrück | Natalie Giesen
Wer war Karl der Große und welche Bedeutung hatte er für Religion, Gesellschaft und Politik im Mittelalter? Wie gestaltete sich kirchliches, religiöses und gesellschaftliches Leben in den Städten Aachen, Mainz und Frankfurt am Main in der Zeit von ca. 500 bis 1500? Welche Bedeutung hatten Klöster im Mittelalter – und welche bleibende Bedeutung haben sie bis heute?
Diesen und weiteren Fragen gingen 18 Studierende im Rahmen eines Seminars mit viertägiger Exkursion im Wintersemester 2024/2025 nach, das unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Martin Belz (Universität Osnabrück) und Natalie Giesen (KHG Osnabrück) als Kooperationsveranstaltung stattfand. Die Lehrveranstaltung trug den Titel: "Auf den Spuren Karls des Großen - Religiöses Leben im Mittelalter zwischen Aachen und Frankfurt am Main".
Im Zentrum der Exkursion, die vom 9. bis 12. November 2024 von Aachen über die Klöster Eberbach und Eibingen im Rheingau nach Mainz und schließlich nach Frankfurt am Main führte, standen dabei Karl der Große, das religiöse, kirchliche und gesellschaftliche Leben im Mittelalter sowie Kunst, Kultur und Architektur der Zeit. Auch das interreligiöse Zusammenleben von Christ:innen und Jüd:innen, das monastische Leben sowie die Herausforderungen für Religionen und Kirche(n) in Vergangenheit und Gegenwart wurden exemplarisch thematisiert.
Drei Dome und zwei Klöster in vier Tagen
Im Rahmen der Exkursion besichtigte die Gruppe einige herausragende Werke mittelalterlicher kirchlicher Architektur, darunter die drei Dome in Aachen, Mainz und Frankfurt am Main sowie das - heute nicht mehr besiedelte - Zisterziensterkloster in Eberbach und das - noch von Benediktinerinnen bewohnte - Kloster Eibingen.
Weitere Besichtigungen erfolgten in Aachen bei einer studentisch organisierten Stadtführung in St. Foillan sowie in der Domschatzkammer. In Mainz, das die Gruppe pünktlich zum Fastnachtsbeginn (11. November) besuchte, konnte neben dem Dom auch die Kirche St. Stephan mit den berühmten Chagallfenstern besichtigt werden. Eine Stadtführung erschloss dort zudem das jüdische Leben im Mittelalter in der Stadt am Rhein. An diesen Fokus der Begegnung der Religionen im Mittelalter schloss sich am letzten Tag in Frankfurt eine eindrucksvolle Führung im Museum Judengasse an, die die Studierenden als äußerst informativ erlebten.
Spannende Einblicke in das Klosterleben der Gegenwart und die Arbeit eines Archäologen
Als besonders eindrucksvoll erlebte die Exkursionsgruppe darüber hinaus das Gespräch mit einer jungen Benediktinerin in Eibingen, die über das Klosterleben in der Gegenwart berichtete und sich den Fragen der interessierten Studierenden stellte.
Bereichert wurde das vielseitige Exkursionsprogramm zudem durch eine Abendveranstaltung in Aachen, die in Kooperation mit der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen stattfand. Dabei konnte die Exkursionsgruppe mit dem Aachener Stadtarchäologen Andreas Schaub über dessen Arbeit mit besonderem Fokus auf die Aachener Stadtgeschichte zwischen der Römerzeit und der Epoche Karls des Großen sprechen.
Blick über die Fachgrenzen hinaus
Das Seminar mit Exkursion bot schließlich auch einen intensiven Blick über die eigenen Fachgrenzen hinaus. So nahmen neben Studierenden der Katholischen Theologie auch einige interessierte Studierende der Evangelischen Theologie sowie der Geschichtswissenschaften daran teil, was zu einem intensiven Austausch führte. Auch die Kooperation zwischen der Juniorprofessur und der Katholischen Hochschulgemeinde bezeichneten die Studierenden in ihren Rückmeldungen als gewinnbringend.
Nach vier intensiven Tagen, in denen sich die Gruppe auch vom gelegentlich nasskalten Regenwetter nicht von den Besichtigungen abhalten ließ, kehrten alle mit vielen neuen Erkenntnissen und Erfahrungen nach Osnabrück zurück. Nach den positiven Rückmeldungen und ersten Anfragen zu weiteren geplanten außeruniversitären Lehrveranstaltungen seitens der Studierenden freut sich das Team der Juniorprofessur und der Katholischen Hochschulgemeinde bereits auf die nächsten Exkursionen ... genügend Ideen, wohin es dann gehen könnte, gibt es bereits!
