Universität Osnabrück, FB 3

Katholische Theologie


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Prof. Érico Hammes aus Porto Alegre
zu Besuch in Osnabrück

Vom 3. bis 12. Februar 2020 war Prof. Dr. Érico Hammes von der Pontifícia Universidade Católica do Rio Grande do Sul (PUCRS), Brasilien zu einem Forschungsaufenthalt am Osnabrücker Institut für Katholische Theologie zu Besuch. Neben seinen eigenen Forschungen nahm er auf Einladung von Prof.‘in Margit Eckholt als Gast zweimal an ihrem Seminar zum Laienapostolat teil und gab den Studierenden Einblicke in die jüngsten Dokumente der lateinamerikanischen Kirche und in die kirchliche Beteiligung von Laien in Lateinamerika. Auch beim Doktorand*innenkolloquium kam er mit den Promovierenden ins Gespräch und brachte seine Perspektive in die Diskussionen über die einzelnen Promotionsprojekte ein.

Prof. Hammes ist systematischer Theologe mit Schwerpunkten u.a. in der Christologie, Trinitätslehre, lateinamerikanischen (Befreiungs)theologie, Friedenstheologie und dem Verhältnis von Theologie und (Natur)wissenschaften.

Zwischen der Universität Osnabrück und der PUCRS besteht eine Universitätspartnerschaft, in deren Rahmen Lehrende und Studierenden die jeweils andere Hochschule z.B. für Forschungsaufenthalte oder Auslandssemester besuchen können.

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Ehrenpromotion der Universität Luzern für Professorin Dr. Margit Eckholt und
Bischof Dr. Franz-Josef Bode

Für ihr Engagement für die Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche wurde Professorin Dr. Margit Eckholt (Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie) mit der Ehrendoktorwürde der Universität Luzern ausgezeichnet. Ebenfalls ausgezeichnet wegen seines Einsatzes für Frauen in der katholischen Kirche wurde der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode.  Beide erhielten die Ehrenpromotions-Urkunden der Theologischen Fakultät Luzern im Rahmen einer Feier am 7. November 2019.

Den Vortragstext finden Sie hier.

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Forty Vatican II Scholars Meet in Simmern, Germany
16.-20.06.2019

Forty scholars from Africa, Asia, North and South America, Australia, Oceania, and Europe met for five days at the Berg Moriah Conference Centre (Simmern, in the Westerwald, Germany) to consider "The Second Vatican Council - Hermeneutical Questions."  Exploring how the teachings of Vatican II have been received in diverse ways in every continent and the challenge of an intercultural re-reading of the Council texts, they sought new approaches to the study of that historic gathering of Catholic bishops from 1962 to 1965 at Vatican City. The Council marked the beginning of a new form of Catholicism as a “world church,” especially in the awareness of the autonomy of churches in the southern hemisphere. With the pontificate of Pope Francis, we have become even more conscious of these challenges, given the declining influence of the Western form of Catholicism and the massive crisis of the authority of the church.

This conference is part of a larger series of meetings organized in conjunction with an intercontinental project seeking to develop new perspectives on the documents of Vatican II and their role in church and society. The Second Vatican Council was convened by Pope John XXIII as a "pastoral Council." It unleashed a process of "self-definition" and the formation of a unique sense of Catholic identity in the contexts of Africa, Asia, Australia and Oceania, Latin America, North America, and Europe. Five continental groups have formed to conduct a critical study of the Council’s reception in each context. This work is needed today to reflect the living reality of Catholicism - not least in view of today's crisis of confidence. Another sixteen groups are being organized to elaborate a new commentary on each of the Council documents, one that reflects the diverse perspectives of the five continents.  The overall project is the responsibility of Professors Joachim Schmiedl (Vallendar), Margit Eckholt (Osnabrück), Peter Hünermann (Tübingen), Klaus Vellguth (Vallendar). About one-hundred scholars in all will contribute to the project entitled "Vatican II - Legacy and Mandate."

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Religion als Ressource befreiender Entwicklung

Das "Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V." feierte 50-jähriges Jubiläum im Schloss der Universität Osnabrück

Seit 50 Jahren fördert das Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V. (ICALA) den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Am Freitag, 23. November, wurde das Jubiläum im Schloss der Universität Osnabrück mit einem Festakt begangen.

Die Veranstaltung stand unter dem Titel: „1968-2018: Religion als Ressource befreiender Entwicklung“. In diesem Rahmen hielten Stipendiaten und Stipendiatinnen aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas Kurzimpulse zur Bedeutung des Jahres 1968 und der für Lateinamerika wichtigen Konferenz der lateinamerikanischen Bischöfe in Medellín in gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht. Frau Prof. Dr. Margit Eckholt, Vorsitzende des Stipendienwerks und Professorin für Dogmatik mit Fundamentaltheologie am Institut für Katholische Theologie an der Universität Osnabrück, sprach über „Das Stipendienwerk und die Debatte um die Theologie der Befreiung in Deutschland“.

Das Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V. (ICALA) wurde 1968 von Bernhard Welte und Peter Hünermann gegründet. Im Kontext des Aufbruchs nach dem II. Vatikanischen Konzil und der Konferenz von Medellín fördert es den Dialog zwischen lateinamerikanischen und deutschen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen auf den Feldern der Theologie, Philosophie und Sozial- und Kulturwissenschaften. Eine Vielzahl lateinamerikanischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen konnte durch das Stipendienwerk über die Jahrzehnte unterstützt werden, sei es durch einen Stipendienaufenthalt in Deutschland zum Zweck der Promotion oder eine andere Forschungsarbeit oder durch die Förderung interdisziplinärer Forschergruppen in Lateinamerika.

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XII. internationales und interdisziplinäres Seminar des Stipendienwerkes Lateinamerika-Deutschland e.V.

20.-23. August 2018 in Bogotá, Kolumbien, gefördert vom DAAD und der Bischöflichen Aktion Adveniat 

In Kooperation mit dem Philosophen Prof. Dr. Vicente Durán SJ von der Partneruniversität der Universität Osnabrück in Kolumbien, der Pontificia Universidad Javeriana in Bogotá, hat Frau Prof. Dr. Margit Eckholt in Kooperation mit dem Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V. ein vom DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördertes Alumni-Seminar durchgeführt. Über 80 ehemalige Doktoranden und Doktoran­dinnen deutscher Universitäten aus 11 lateinamerikanischen Ländern haben an der Tagung teil­ge­nommen.

Das internationale Seminar hatte als Leitmotiv die Perspektive der „Religion als Ressource für eine befreiende Entwicklung“ und erinnerte an die 50-Jahr-Feier der 2. Generalversammlung des latein­amerikanischen Episkopats in Medellín. Für die lateinamerikanische Kirche war die Konferenz der Ausgangspunkt für ein neues ortskirchliches Bewusstsein und den spannenden und schmerzhaften Prozess des Aufbrechens einer in koloniale Strukturen der „cristiandad“ („Christenheit“) und mit den Mächtigen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verwobenen Kirche, hin zu einer Kirche an der Seite der Armen, der Ausgeschlossenen, der um ihre Rechte gebrachten Campesinos oder Arbeiter. Die katholische Kirche hat sich zu einer neuen sozialen Akteurin und einer auch weit über kirchliche Kreise hinaus anerkannten Institution im Dienst sozialen Wandels, der Menschenrechte, einer gerechten und armenorientierten Entwicklung und der Friedensarbeit entwickelt. Der Erneuerungs­prozess, den das 2. Vatikanische Konzil (1962-1965) für die katholische Kirche bedeutet hat (ver­bunden mit Religionsfreiheit, Menschenrechten, ökumenischem und interreligiösem Dialog, neuen Partizipationsstrukturen in der Kirche, der Bedeutung von Laien und sozialen Bewegungen usw.), wurde mit dieser Konferenz im lateinamerikanischen Kontext umgesetzt. Befreiungstheologien, -Philosophien und -Pädagogiken wurden in der Folge dieser Konferenz entwickelt. Diese Denktra­ditionen bilden heute noch zentrale Re­fe­renz­punkte, auch weit über den lateinamerikanischen Kon­text hinaus in einer interkulturellen Perspektive, um in Kontexten zunehmender Ungleich­heit, Ausgrenzung und Gewalt die Rolle von Religion im Kontext der Ent­wick­lungs­arbeit zu klären und Reli­gion als „Ressource befreiender Entwicklung“ zu er­schließen. Auch wenn Lateinamerika in den letzten Jahren große Veränderungen durchlaufen hat, Säkularisierungsprozesse auf der einen und religiöse Pluralisierung – vor allem durch das Wachsen der Pfingstbewegung – auf der anderen Seite zunehmen, so ist der Blick auf Lateinamerika insofern von Relevanz, als mittlerweile über 40% der Katholiken weltweit in Lateinamerika leben. Das hat Auswirkungen auf die ka­tho­li­sche Kirche und ihre Entwicklungsstrategie in den westlichen Ländern, auch in Deutschland, und  muss gerade darum auch von staatlicher und gesellschaftlicher Seite wahrgenommen werden. Die vor 50 Jahren ange­stoßenen Erneuerungsprozesse im Sinne „befreiender Entwicklung“ und der Stärkung der verschie­denen sozialen Akteure und Akteurinnen sind heute wieder neu zu erschließen, worauf auf der Tagung in Bogotá der an der Georgetown-University in Washington lehrende Religionssoziologe José Casanova hingewiesen hat.

Auf der Tagung an der Universidad Javeriana wurde auch der Beitrag des Stipendienwerks Latein­amerika-Deutschland (spanisch: Intercambio cultural alemán-latinoamericano, ICALA) zur Ausbildung der neuen Gestalt von Theologie und Philosophie in Lateinamerika beleuchtet. Das Stipendienwerk hat den Prozess der Ausgestaltung der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und einer in die lateinamerika­nischen Realitäten inkulturierten Philosophie durch die Vergabe verschiedener Stipen­dien an Theologen, Philosophen und Pädagoginnen aus Lateinamerika begleitet. Vor Beginn des Seminares fand am 19. und 20. August ein Alumni-Workshop statt, in dem die Arbeit der 14 Partner­gremien von ICALA in Lateinamerika und des deutschen Kuratoriums in den vergangenen drei Jahren evaluiert und neue Arbeitsschritte geplant worden sind. Der Workshop mündete in ein wissenschaft­liches Symposium aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Stipendienwerkes Lateinamerika-Deutsch­land e.V., bei dem einer der Gründer des Stipendienwerkes, der emeritierte Tübinger Dogmatiker Prof. Dr. Peter Hünermann  einen Vortrag gehalten hat.

 

Prof. Dr. Margit Eckholt, Universität Osnabrück

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Tagung: „Pfingstkirchen in Guatemala / Zentralamerika als Herausforderung für die katholische Kirche“

7. bis 9. August 2018 in Ciudad de Guatemala

Im Auftrag der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz hat Frau Prof. Dr. Margit Eckholt die wissenschaftliche Leitung übernommen für die Vorbereitung und Durchführung einer Tagung der Bischofskonferenz von Guatemala und der Deutschen Bischofskonferenz zu „Pfingstkirchen in Guatemala / Zentralamerika als Herausforderung für die katholische Kirche“. Das wissenschaftliche Symposium fand vom 7. bis 9. August 2018 in Ciudad de Guatemala (Casa Marista de Formación) statt.

Insgesamt haben ca. 60 Personen an der Tagung teilgenommen, darunter viele Bischöfe aus Guatemala und weiteren Ländern Zentralamerikas, darunter Oscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga SDB, Erzbischof von Tegucigalpa/Honduras, weitere Vertreter und Vertreterinnen aus Pastoral und Wissenschaft. Von deutscher Seite waren Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg, Dr. Sebastian Pittl, Frankfurt-St. Georgen, Prälat Bernd Klaschka und Prof. Dr. Nikolaus Werz, Universität Rostock, vertreten, der sich mit der politischen Heterogenität des Pentekostalismus auseinandergesetzt hat. Als Vertreter des Vatikans und des Sekretariats für die Einheit der Christen hat Mons. Juan Usma Gómez den Dialog zwischen katholischer Kirche und Pfingstkirchen nachgezeichnet und die Bedeutung einer neuen ökumenischen Haltung herausgestellt. Frau Prof. Dr. Margit Eckholt hat diese ökumenische Perspektive in ihrem Vortrag aus systematisch-theologischer Perspektive vertieft.Das Phä­no­men des Pente­kostalismus wird zu einer Bewäh­rungsprobe für das Werden der „Welt-Kirche“ auf dem 2. Vatika­ni­schen Konzil im lateinamerikanischen Kontext und die den Weg der Kon­zilskirche begleitenden verschiedenen Inkulturationsprozesse, wie sie von den Konferenzen des lateinamerikanischen Episkopats seit Medellín (1968) angestoßen worden sind.

Der Ausgang der Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen religiösen und kulturellen Pluralisierungsprozessen ist offen: Trägt die Pentekostalisierung zu einer für Lateinamerika neuen Konfessionalisierung bei, werden Grenzen gesetzt und katholische „Identitätsmarker“ bestimmt, wie es der dänische Theologe Jakob Egeris Thorsen in seiner auf dem Symposium vorgestellten Studie zu den charis­matischen Entwicklungen in Guatemala aufzeigt, oder entsteht ein neues ökumenisches Be­wusstsein, das an den Optionen des Evangeliums, dem Einsatz für Menschenwürde und „gutes Leben“ für die ganze Schöpfung orientiert ist? Auf dem Symposium wurden diese Fragen in großer Offenheit diskutiert, einige der Teilnehmer haben abschließend als Wunsch formuliert, dass die ökumenische Perspektive weiter vertieft wird und die Beiträge des Symposiums auf Ebene von Pfarreien und Gemeinschaften weiter diskutiert werden könnten.

Das Programm der Tagung finden Sie hier.

 

Prof. Dr. Margit Eckholt, Universität Osnabrück

12. September 2018

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