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Veranstaltungsdetails

"Kann denn Liebe Sünde sein?" Grundlagen katholischer Sexualmoral

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Beschreibung

Das Sexualleben der Menschen hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Es ist selbstbewusster, angstfreier und bunter geworden. Zugleich aber wird es zunehmend kommerzialisiert und banalisiert. Die Freiräume waren hier noch nie so groß. Der Pluralismus an sexueller Orientierung und geschlechtlichen Verhaltensweisen geht dabei auf kulturelle Umwertungen und gesellschaftliche Transformationsprozesse zurück, die bis heute andauern.
Angesichts dieser Spannung zwischen Befreiung und Banalisierung suchen immer mehr Menschen nach Orientierung. Doch die katholische Kirche spielt dabei kaum eine Rolle. Sie gilt als altmodisch, sexualfeindlich und unsensibel. Sie hat im Bereich der Sexualmoral nicht erst im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen, aber vor allem seitdem, massiv an Glaubwürdigkeit verloren.
Dabei hat die katholische Sexualmoral viel zu der gegenwärtigen Orientierungssuche beizutragen. In Übereinstimmung mit der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils ist die Kirche aufgerufen, sich als Teil der Gesellschaft und des kulturellen Lebens zu verstehen. Dann sind auch die „Zeichen der Zeit“ in diesen tiefgreifenden Wandlungsprozessen aufmerksam zu registrieren und zu erforschen. Hier zeigen sich tiefe Sehnsüchte der Menschen: die Sehnsucht, vertrauen zu dürfen und ganz angenommen zu werden, die Sehnsucht nach Dauer und Verlässlichkeit und der Wunsch nach Vorbehaltlosigkeit und Endgültigkeit. Die katholische Sexualmoral hat die Aufgabe, die Realisierung einer Zielvorstellung zu ermöglichen, die diesen tiefen Sehnsüchten des Menschen entspricht. An die Stelle einer Moral, die Verbote und Gebote auflistet, tritt dann eine positive Leitbild- und Beziehungsethik. Die Leitlinien der katholischen Sexualmoral sollen und wollen einen Beitrag leisten zum umfassend gelingenden Leben. Dafür setzt sie die Liebe als entscheidenden Maßstab ein und ermutigt dazu, sich auf dieses Wagnis einzulassen. Sie kann sich damit auf die Erkenntnisse der Humanwissenschaften beziehen. Auch hier gilt die Liebe als Maßstab, weil sie nicht produziert und nicht gekauft werden kann. „Über allem aber thront die Liebe […]. Sie ist stabiler als alle Sexualformen […] und beweist, dass es nicht nur um Wandel geht, sondern ebenso um Kontinuität.“ (Volkmar Sigusch)

Weitere Angaben

Ort: 15/134
Zeiten: Di. 10:00 - 12:00 (wöchentlich)
Erster Termin: Di , 23.10.2018 10:00 - 12:00, Ort: 15/134
Veranstaltungsart: Seminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)

Studienbereiche

  • Katholische Theologie > Systematische Theologie > Systematische Theologie: Moraltheologie